Folge 26: Leibesübung:
Blindenfußball

Maha unterhält sich mit Kristian über Blindenfußball. Er erklärt, wie das gespielt wird und berichtet über Turniere und die Berichterstattung. Es zeigt sich, dass Blindenfußball eine von Inklusion geprägte Sportart ist, weil Sehende und Blinde gemeinsam spielen. Kristian kümmert sich übrigens auch um die technische Nachbearbeitung der Podcasts und den jeweiligen Vorspann.

Podcast

Dauer: ca. 2 h 5 min (direkter Link zur mp3-Datei), Aufnahme am 9.3.2013, 22 Uhr in Berlin, Streaming: xenim.de. Der Vorspann ist aus der Aufzeichnung eines Spiels (Quelle).

Shownotes

Vielen Dank an den IRC-Chats für die tatkräftige Unterstützung bei den Shownotes während und nach dem Live-Stream im Pad.

Allgemeines

  • Wikipedia: Blindenfußball
  • Blindenfußballfeld 20x40m (Vergleich: Seh-Fussballfeld, min 90x45m bis max 120x90m)
  • Handballtore
  • Neben den Toren sind keine Banden, damit die Spieler nicht dagegen laufen.
  • Trainer darf im Mittelbereich Kommandos geben.
  • Der jeweilige Torwart darf sehen. Daneben gibt es noch den sehenden Guide.
  • Der Torwart ist auf einen Bereich von zwei Metern um das Tor beschränkt.
  • Damit die Spieler nicht gegeneinanderlaufen rufen die Spieler ‚ich komme‘ (auf spanisch. ¡voy! eigentlich: ‚ich gehe‘)
  • Der Ball selbst macht Geräusche („Blindenfußball“ mit Rassel). Das ermöglicht die Ortung des ballführenden Spielers. (Das Geräusch klingt in etwa so wie eine Babyrassel.)
  • Der Torwart darf außerhalb des Torraumes keinen Ballkontakt haben.
  • Je 4 Feldspieler und ein Torwart als Manschaft
  • Weitere beliebte Blindensportarten:
  • WP: Torball, Torballvideo
  • Goalball (Wie Torball, nur stehend), Video 1 Video 2
  • (ziemlich ähnlich oder dasselbe? – ziemlich ähnlich; wird eher international gespielt während sich Torball zumeiest auf Deutschland beschränkt)
  • Ein Spiel dauert 2×25 Minuten Spielzeit. Während einer Spielunterbrechung wird die Uhr angehalten.
  • Insgesamt dauert ein Spiel ungefähr 1h 15m inklusive Halbzeitpause.
  • Schiedsrichter-Pfiffe:
  • Kurze Pfiffe bedeuten Ball über die Torline (auch Seitenaus? – sofern der Ball über die Bande springt, was selten passiert.)
  • Langer Pfiff: Foul
  • Doppelpfiff: Torfall

Fouls

  • Unterschiede zum Sehendenfußball:
  • Durch Foulen schädigt man sich und die Mannschaft.
  • Ab dem vierten Mannschaftsfoul in der Halbzeit wird jedes weitere Foul mit einem 8-Meter auf das Tor des Gegners geahndet.
  • Bei fünf persönlichen Fouls wird der Spieler ersetzt. (Vergleiche Rote Karte.)
  • Auch direkte Rote Karte möglich wegen unsportlichen Handlungen.
  • Ebenfalls auch gelbe Karten möglich mit gelb/roter Karte bei zweiter gelber Karte – sehr selten)

Schiedsrichter

  • Zwei auf dem Platz. Jeweils auf den gegenüberliegenden Seiten auf dem Platz.
  • Beide können Pfeiffen.
  • Dritter Schiedsrichter ist Zeitnehmer. Notiert alles. Protokolliert Spielverlauf.
  • Zeitnehmer macht ebenfalls Ansagen für Spieler und Zuschauer.
  • Nach dem Spiel müssen beide Trainer den protokollierten Spielverlauf unterschreiben.

Zuschauer

Gemischtes Publikum aus Sehenden und Blinden

Spielbeschreiber

  • Spielbeschreibung
  • Spielbeschreibungsmitschnitte
  • Inszenierung des Spieles mit Einführung der Spieler zu Musik.
  • Radio: r4h.de, Radiosender für Menschen mit Behinderung stellt Infrastruktur zur Übertragung.
  • Nach dem Spiel werden auch Interviews mit den Spielern durchgeführt.

Blindenfußballbundesliga

Die Mannschaften

  • Wer spielt in Deutschland Blindenfußball? – Die meisten sind an Blindenschulen und Blindeneinrichtungen angegliedert.
  • Der FC St. Pauli hat die Blindenmannschaft an die Amateurmannschaft angegliedert.
  • Weitere Profivereine mit Blindenmannschaft:
  • Chemnitzer Fußballclub
  • Eintracht Braunschweig

Turniere

  • Die Mannschaften laden sich gegenseitig ein.
  • Lockerere Atmosphäre als bei der Bundesliga.
  • Mannschafften helfen sich bei Unterbesetzung gegenseitig aus.
  • Blindenfussballgemeinde
  • insgesamt ca. 70 – 80 Leute. „Jeder kennt jeden.“
  • Leipziger Blindenfußball-Turnier (Findet auch dieses Jahr, 2013, wieder statt.)

Blindheitskategorien

  • B1 – Man kann die Hand nicht vor Augen sehen. Dürfen international spielen (nur Männer).
  • B2 – Aber hier wird schon Fußball auf visueller Basis gespielt
  • B3
  • B4
  • WP: Sehrest
  • Klassen für Skifahrer
  • Definitionen:
  • B1 – Vollblind: Keine bis leichte Lichtempfindung in beiden Augen, Unfähigkeit, eine Handbewegung wahrzunehmen.
  • B2 – Schwerst sehbehindert: Sehrest von maximal 3,3% und/oder Gescihtsfeldeinschränkung von weniger als 5 Grad.
  • B3 – Sehbindert: Sehrest von maximal 10% und /oder Gesichtsfelseinschränkung von 5-20 Grad.

Doping

  • WP: NADA
  • Homepage: NADA
  • Kurzer Exkurs zu ADHS.

Sonstiges

  • Kontakt: kristian(ÄT)blindenfussball.net
  • Das Wort Leibesübung: Altes Wort für Sport. Stand früher auf dem Zeugnis anstelle von Sport. VfL – Verein für Leibesübung